Zwei trafen sich. Der eine, ein selbstverliebter Autokrat, halbwissende Naivität mit spontaner Intelligenz verwechselnd, einzig seiner Handvoll Macht bewusst und der Mittel, jene durchzusetzen, die Realität ignorierend, indem er sich, was er für wirklich hält, schön redet.
Der andere, ein gewaltverliebter Diktator, die Geschichte mit seinen Vorstellungen davon verwechselnd, ängstlich die Macht sichernd, der er schon im Ansinnen misstraut, die Mittel durchsetzend, seine gierige Angst hinter Propaganda zu verstecken, das reale Land ignorierend, um mit Verdrehungen ein gewesenes zu erschaffen.
Zwei Menschen trafen sich. Beide des Menschseins würdig. Beide die Würde allein auf ihr persönliches Menschsein begrenzend. Aus freier Entscheidung hinter dem geplusterten Selbstbild die persönliche Würde verbergend. Ignorant gegenüber der Menschlichkeit der Würde. Fern jeder Verantwortlichkeit für andere Menschen. Interessiert allein an deren Gebrauch. Jeder der beiden auf seine Weise als Mensch lebend, ohne würdevoll zu leben.
Zwei Männer trafen sich. Sie spielten das Schauspiel der Macht. Inszeniert von uns und beobachtet von uns in einem. Wir Zuschauer, die nicht einsehen, dass wir mit zu Tätern werden, den beiden Männern Macht verleihend, alle Anderen zu missachten. Um uns, einmal unter die Räder dieser verliehenen Macht gekommen, wird niemand trauern. Getrauert wird nur um die, die sichtbar im Leben waren, die da waren, und die, einmal geschwunden und gestorben, vermisst werden.
Zwei Männer trafen sich. Wo waren wir? Nicht da und schon jetzt werden wir nicht vermisst.
Wo war ich, der Nachrichtenzaungast?
Wann verstehe ich, dass meine Zeit jetzt gekommen ist, wieder von der eignen Würde gefordert, rasch inspirierte Wege zu finden, um das Zugeständnis der Macht zu widerrufen und mit einem schreiend lauten NEIN!, mit neuer Lust am Ungehorsam und der Unterbrechung, der Drehung vielleicht, mich in die Bresche zu werfen für die, die im Leiden der Verkennung gefangen sind.
Unterbrechen wir das Spiel der Gestrigen im Land, in Alaska, in der Welt. Werden wir intolerant gegenüber der Naivität, dass vormals alles besser war, und dass der Glaube an denen einen, der „Ich“ sagen darf, die Besserung dämmern lässt. Sprechen wir die Sprache der Freiheit und der Verantwortlichkeit, in der alle Geschlechter, alle Schwachen, Flüchtigen, Leidenden ICH, WIR sagen und sein dürfen, Subjekte der Macht, wie es uns die Demokratie lehrt, und nicht brauchbare Objekte! Bedienen wir uns unseres reflektierten Verstandes und sagen wir ohne Scheu und Furcht, wer wir sind, was wir wollen, was nicht wieder sein darf. Und demnächst wählen wir die Demokratie – und nicht die, die die „wahren“ Demokraten verführend spielen.
Achten wir auf einander. Ermutigen wir uns, uns zu erheben, nicht um irgendeiner Ehre willen, sondern weil für uns die Menschenwürde zählt, die Menschenrechte, das „Recht, Rechte zuhaben“ (H. Arendt).
Ab heute will ich da sein. Mensch sein. Würdevoll.