Bitte, geben Sie den Paternalismus auf!

Sehr geehrter Herr Außenminister Kuleba, „Manchmal ist es günstiger, einem anderen zu helfen und eine kurze Zeit der Entbehrung auszuhalten, anstatt zuhause zu sitzen, Fernsehen zu gucken und nichts zu machen, einfach zuzulassen, dass das Problem letztendlich an die eigene Türe klopft.“(1) Das sagten Sie an die Adresse der Deutschen bei Bild TV, wie heute„Bitte, geben Sie den Paternalismus auf!“ weiterlesen

Heiligt der Zweck die Mittel?

Viele Waffen. Schwere Waffen. Alle in die Ukraine. Alle gegen Putin. Das scheint die neue Überzeugung vieler deutscher PolitikerInnen zu sein. Die Möglichkeit, den schleppend grausamen Krieg des russischen Regimes in der Ukraine zu beenden, wird als „eine Frage der Verpanzerung“ (Hilmar Klute, SZ Nr. 92 / 22.04.2022, S. 11) gesehen. Der grüne Politiker Anton„Heiligt der Zweck die Mittel?“ weiterlesen

Ecce homo

Frauen: Friedensgestalten im Krieg Es sind die Frauen im Verteidigungskrieg der Ukraine, die inmitten des mörderischen Geschehens das Gesicht des Menschlichen zeigen: Ecce homo! Sie sind der gequälte, misshandelte und missbrauchte Mensch, das Opfer schlechthin. Sie sind die einsamen Fliehenden, in deren Schutz die Kinder über die Grenzen und in ihnen fremde Länder gelangen. Sie„Ecce homo“ weiterlesen

Frieden und Krieg

Plädoyer für einen kritischen Pazifismus Immer wieder gehen meine Gedanken zum Gesicht eines jungen Mannes in Mariupol zurück. Ein Pressebild zeigte ihn, wie er bleich, mit starren Augen, versteinert neben seinem Auto steht. Es ist voll beladen inmitten der Trümmer seines Wohnviertels. Es geht um das Leben. Um seines und wahrscheinlich das seiner Familie. Ob„Frieden und Krieg“ weiterlesen

Zwei Fragen an Herrn Putin

Was bedeutet tot sein für Sie, Herr Putin? Wie stellen Sie sich Ihr Sterben vor? Sie muten vielen Menschen den Tod zu. Menschen, die in der Ukraine leben, werden von Soldaten auf Ihren Befehl hin beschossen und ausgebombt. Den Soldaten muten Sie den Tod zu. Den Soldaten der Ukraine, die das Land gegen den aufgezwungenen„Zwei Fragen an Herrn Putin“ weiterlesen

Krieg: Vergewaltigung der Worte

Der Krieg gegen die Ukraine ist auch Wortgefecht. Der Missbrauch der Sprache erfasst immer mehr Beteiligte. Auch die Betroffenen selbst, die ukrainischen Politiker spielen mit der Wirkung ihrer Worte. Besorgt frage ich mich nicht nur: Wie wird die Ukraine, wie Russland, wie werden Europa und die NATO aus dem Krieg hervorgehen? Besorgter macht mich, mit„Krieg: Vergewaltigung der Worte“ weiterlesen

Sprachzittern

Es fehlen  die Worte die wenden können das Verschwiegene zum Gesagten das Gelogene zum Tatsächlichen Denn Wahres, das sich zeigt unverstellt und ohne Morden ist rar geworden in Tagen, in denen Mars  von Menschen ermächtigt gegen Menschen wütet Sogar der Zorn sonst rechtend und laut nimmt jedes Blatt vor den Mund das sein Weinen verbirgt„Sprachzittern“ weiterlesen

Jetzt unbedingt: Überzeugt bleiben von der Rationalität des Demokratischen

Das Schlechteste, was wir jetzt betreiben könnten, ist, an der Überzeugtheit von der Rationalität des Demokratischen rütteln. Wir brauchen uns von der Irrationalität eines dumpfen Systems nicht irritieren zu lassen. Wir müssen den Schein des Rationalen als die hermetische Binnenlogik einer Doktrin durchschauen, die ihrem Urheber immer Recht gibt. Mehr Subjektivität im Scheinkleid des Objektiven„Jetzt unbedingt: Überzeugt bleiben von der Rationalität des Demokratischen“ weiterlesen

„Wenn die Propheten einbrächen“ (Nelly Sachs)

Es ist eine nächtliche Gestimmtheit im Leben gerade, aus der heraus ich die kleine Sammlung von Gedichten der Lyrikerin Nelly Sachs (1891 – 1970) in die Hand nehme. Ich suche das Gedicht, dem ich zutraue, mich herauszurufen aus der nächtlichen Gestimmtheit. Es fehlt dieser Gestimmtheit jede Romantik und auch das heimelig Bergende. Unruhig fühle ich„„Wenn die Propheten einbrächen“ (Nelly Sachs)“ weiterlesen

„Ich gebe dir mein Wort.“

„Der Präsident benutzt Sprache, um seine Gedanken zu verstecken, nicht um sie zu äußern … Interessant ist nicht, was er sagt, sondern, was er tut.“ (SZ Nr. 35, 12./13.02,2022, S. 14) So zitiert die SZ den russischen Journalisten Nikolai Swanidse. Gemeint ist W. Putin. Wird solcher Gebrauch von Sprache der Sprache gerecht? Sprache als Versteck„„Ich gebe dir mein Wort.““ weiterlesen