Zeitgemäße Psychotherapie versucht während der ersten Begegnungen zwischen Patient*in und Therapeut*in für Entlastung zu sorgen. Skills spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die kurzen und effektiven Übungen ermöglichen unaufwändige und rasche Entlastung der Betroffenen. Sie können rasch erlernt werden und sind meist leicht praktizierbar. Das Beruhigungssystem wird dabei aktiviert, das die Distanzierung von Belastungen und den„Menschsein und Würde – Normative in der Geschlechterdebatte?“ weiterlesen
Autor-Archive:chrriedel
Jürgen Habermas ist tot.
Nie hatte ich Gelegenheit, Jürgen Habermas persönlich zu erleben. Dabei begleitet mich sein Werk seit 1977. „Erkenntnis und Interesse“ war das erste Buch, das ich von ihm las. Was heißt das, Habermas lesen? Vielen gilt sein Denken als schwer zugänglich. Seine philosophischen und soziologischen Werke sind im oberflächlichen Sinne des Wortes wirklich schwer lesbar. Habermas„Jürgen Habermas ist tot.“ weiterlesen
Arrogant konservativ
Die CDU verliert die Wahl zu Ministerpräsident und Landtag in Baden-Württemberg zwar knapp, aber sie HAT sie verloren. Statt einer Analyse, larmoyantes Gejammere und fragliche Vorhaltungen an den Gewinner der Wahl, als wäre er der grün-linke Wolf im realpolitischen Schafspelz. Und dann noch diese fiese Video. Ein unbedarfter, fast noch puberträrer CDU-Jüngling schwärmt von einem„Arrogant konservativ“ weiterlesen
Denkverschiebung – eine neue olympische Disziplin?
Da ist ein ukrainischer Athlet. Wladyslaw Heraskewytsch. Skeletonfahrer. Er hat seinen Helm mit Bildern dekoriert. Sie zeigen Porträts von Athlet*innen der Ukraine. Opfer des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Kein Wort. Keine Parole. Nichts als die Bilder. Er wurde disqualifiziert, weil er gegen die olympische Regel Nr. 50/1.3 zu ostentativer Werbung oder Propaganda auf Wettkampfgegenständen„Denkverschiebung – eine neue olympische Disziplin?“ weiterlesen
Umwege sind das Leben.
Zuweilen begegnen einem Texte aus der persönlichen Lesegeschichte wieder – und unterbrechen das Denken. An solchen Bruchstellen öffnet sich die Oberfläche der Gedanken. Öffnungen laden ein, dem nachzugehen, was sich außerhalb des eingeschlagenen Denkweges daneben, darüber, darunter entdecken lässt. Tatsächlich geht es nach öffnenden Unterbrechungen für’s Erste „drunter und drüber“. Ein Literaturhinweis in Hartmut Rosas„Umwege sind das Leben.“ weiterlesen
Spring vom Stier, Europa!
Der griechische Mythos erzählt, dass sich Zeus in Europa, die Tochter eines phönizischen Königspaares verliebt und sie heiraten will. Er verwandelt sich in einen Stier, stark und anmutig zugleich. Ovid erzählt in seinen Metamorphosen von einem weißen Stier. Europa fasst Vertrauen, schwingt sich auf den Rücken des Tiers. Das trägt sie in Windeseile übers Meer„Spring vom Stier, Europa!“ weiterlesen
Mehr apokalyptisches Denken, bitte!
Apokalyptik ist nicht in erster Linie eine literarische Gattung voll großer Krisenbilder und Untergangseskalationen. Sie ist nicht allein das literarische und cineastische Surfen auf der Bugwelle der Überlebensangst. Ursprünglich ist Apokalypse eine Zeitform. Sie verbindet die ausstehende Zukunft, das was sich zeigen wird, mit dem, was sich heute schon, also in der Gegenwart, darüber andeutet.„Mehr apokalyptisches Denken, bitte!“ weiterlesen
Metaxy und Moira
Der Bozner Skulpturenkünstler Andrea Bianco fordert die jeweiligen Neubesitzer eines Werkes auf, den Figuren Namen zu geben. Metaxy benannte ich die Tonskulptur in ihrer abstrakten, dennoch klaren Form. Ihre beiden asymmetrischen „Flügel“ begrenzen den Binnenraum der Skulptur, in dem sie den umgebenden Raum unterbrechen. Nicht hart, nicht schneidend. Dafür sind sie zu abgerundet und in„Metaxy und Moira“ weiterlesen
Das Wort ist der Anfang.
„Im Anfang war das Wort. … Alles wurde dadurch, und außerhalb dessen wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Dunkelheit und die Dunkelheit nahm es nicht auf.“ (Joh 1, 1a; 3 – 5) Ein gegenwärtiger Text, gut 2000 Jahre„Das Wort ist der Anfang.“ weiterlesen
Der Triumph der Mörder über das unschuldige Opfer
Max Horkheimer, der Mitbegründer der Frankfurter Schule, sprach in einem 1970 veröffentlichten Interview von „einer Sehnsucht danach, daß der Mörder nicht über das unschuldige Opfer triumphieren möge“ (Horkheimer, 1970, S. 60). Mit dem 28-Punkte-Plan, der heute veröffentlicht wurde (Süddeutsche Zeitung, 22.11.2025), triumphiert der Mörder über das unschuldige Opfer. Wider die Sehnsucht steht ein weithin rechtswidriges„Der Triumph der Mörder über das unschuldige Opfer“ weiterlesen