Auseinandersetzung zu Fischer, K. (2026): Achtsam geht die Welt zugrunde Kein Buch, das ich in letzter Zeit las, ärgerte mich so, wie der Text von Kathrin Fischer. Ist das Buch wirklich „ein glänzendes Stück Aufklärung“, wie Harald Welzer es auf dem Frontcover bewertet? Die Autorin schreibt: „Die Idee der Aufklärung, der Mensch sei vor allem„Die Wolke des Nichtwissens“ weiterlesen
Autor-Archive:chrriedel
Klang gewordene Weisheit
Platon äußerte sich ambivalent zur Musik. Die Begleitmusik, die den rhapsodischen Vortrag eines Epos unterlegt, erscheint ihm als „Gemischtes“ (Pol 397 d), nur als Nachahmung des „Tugendhaften, des Ungemischten“ (ebd.). Hingegen „Wohlberedtheit und Wohlklang und Wohlanständigkeit und Wohlgemessenheit, alles folgt der Wohlgesinntheit und Güte der Seele, … dem wahrhaft gut und schön der Gesinnung nach„Klang gewordene Weisheit“ weiterlesen
Wilde Gefilde
Einmal wieder setzte meine Lebenspartnerin das Thema für einen Blogbeitrag: Wilde Gefilde. Meine erste Idee dazu, einen politischen Text zu schreiben, fand sie nicht gut. Also begebe ich mich in Gefilde, die mindestens so wild wirken wie die derzeitige politische Lage. Welches kulturelle Selbstverständnis haben wir gerade? Andreas Sommer, Philosoph an der Universität Freiburg, entwickelt„Wilde Gefilde“ weiterlesen
Menschsein und Würde – Normative in der Geschlechterdebatte?
Zeitgemäße Psychotherapie versucht während der ersten Begegnungen zwischen Patient*in und Therapeut*in für Entlastung zu sorgen. Skills spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die kurzen und effektiven Übungen ermöglichen unaufwändige und rasche Entlastung der Betroffenen. Sie können rasch erlernt werden und sind meist leicht praktizierbar. Das Beruhigungssystem wird dabei aktiviert, das die Distanzierung von Belastungen und den„Menschsein und Würde – Normative in der Geschlechterdebatte?“ weiterlesen
Jürgen Habermas ist tot.
Nie hatte ich Gelegenheit, Jürgen Habermas persönlich zu erleben. Dabei begleitet mich sein Werk seit 1977. „Erkenntnis und Interesse“ war das erste Buch, das ich von ihm las. Was heißt das, Habermas lesen? Vielen gilt sein Denken als schwer zugänglich. Seine philosophischen und soziologischen Werke sind im oberflächlichen Sinne des Wortes wirklich schwer lesbar. Habermas„Jürgen Habermas ist tot.“ weiterlesen
Arrogant konservativ
Die CDU verliert die Wahl zu Ministerpräsident und Landtag in Baden-Württemberg zwar knapp, aber sie HAT sie verloren. Statt einer Analyse, larmoyantes Gejammere und fragliche Vorhaltungen an den Gewinner der Wahl, als wäre er der grün-linke Wolf im realpolitischen Schafspelz. Und dann noch diese fiese Video. Ein unbedarfter, fast noch puberträrer CDU-Jüngling schwärmt von einem„Arrogant konservativ“ weiterlesen
Denkverschiebung – eine neue olympische Disziplin?
Da ist ein ukrainischer Athlet. Wladyslaw Heraskewytsch. Skeletonfahrer. Er hat seinen Helm mit Bildern dekoriert. Sie zeigen Porträts von Athlet*innen der Ukraine. Opfer des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Kein Wort. Keine Parole. Nichts als die Bilder. Er wurde disqualifiziert, weil er gegen die olympische Regel Nr. 50/1.3 zu ostentativer Werbung oder Propaganda auf Wettkampfgegenständen„Denkverschiebung – eine neue olympische Disziplin?“ weiterlesen
Umwege sind das Leben.
Zuweilen begegnen einem Texte aus der persönlichen Lesegeschichte wieder – und unterbrechen das Denken. An solchen Bruchstellen öffnet sich die Oberfläche der Gedanken. Öffnungen laden ein, dem nachzugehen, was sich außerhalb des eingeschlagenen Denkweges daneben, darüber, darunter entdecken lässt. Tatsächlich geht es nach öffnenden Unterbrechungen für’s Erste „drunter und drüber“. Ein Literaturhinweis in Hartmut Rosas„Umwege sind das Leben.“ weiterlesen
Spring vom Stier, Europa!
Der griechische Mythos erzählt, dass sich Zeus in Europa, die Tochter eines phönizischen Königspaares verliebt und sie heiraten will. Er verwandelt sich in einen Stier, stark und anmutig zugleich. Ovid erzählt in seinen Metamorphosen von einem weißen Stier. Europa fasst Vertrauen, schwingt sich auf den Rücken des Tiers. Das trägt sie in Windeseile übers Meer„Spring vom Stier, Europa!“ weiterlesen
Mehr apokalyptisches Denken, bitte!
Apokalyptik ist nicht in erster Linie eine literarische Gattung voll großer Krisenbilder und Untergangseskalationen. Sie ist nicht allein das literarische und cineastische Surfen auf der Bugwelle der Überlebensangst. Ursprünglich ist Apokalypse eine Zeitform. Sie verbindet die ausstehende Zukunft, das was sich zeigen wird, mit dem, was sich heute schon, also in der Gegenwart, darüber andeutet.„Mehr apokalyptisches Denken, bitte!“ weiterlesen