Ist Empörungstheater eine Lösung?

Innert der letzten vier Wochen meine ich immer wieder, einen Blogbeitrag zur Weltlage schreiben zu müssen. Alle Ideen und Notizen dazu verwarf ich jedesmal. Ich werde den Eindruck nicht los, dass sich die Nachrichtenlage zu den beiden Kriegen in der Ukraine und in Gaza, zu den Ausgeburten der us-amerikanischen Politik und der ankündigungsorientierten Zögerlichkeit Europas„Ist Empörungstheater eine Lösung?“ weiterlesen

Eleganz und Würde

Ein eleganter Mensch starb in der vergangenen Woche: Giorgio Armani. Der italienische Modeschöpfer verband in seinen Designs formale Einfachheit mit der Lässigkeit des natürlich Kostbaren. Ich bin kein Armanikenner. Ich habe auch niemals einen Pullover, einen Blazer oder einen Anzug von Armani getragen. Oft stand ich in Bozen vor den Schaufenstern des dortigen Armanishops. Die„Eleganz und Würde“ weiterlesen

Alaska – trafen sich zwei Menschen

Zwei trafen sich. Der eine, ein selbstverliebter Autokrat, halbwissende Naivität mit spontaner Intelligenz verwechselnd, einzig seiner Handvoll Macht bewusst und der Mittel, jene durchzusetzen, die Realität ignorierend, indem er sich, was er für wirklich hält, schön redet. Der andere, ein gewaltverliebter Diktator, die Geschichte mit seinen Vorstellungen davon verwechselnd, ängstlich die Macht sichernd, der er„Alaska – trafen sich zwei Menschen“ weiterlesen

Ein heikles Urteil in Regensburg: Intensivmediziner an der Grenze von Leben und Tod

Am vergangenen Donnerstag, 31.07.2025, wurde ein Anästhesist des Klinikums St. Lukas in Kelheim vom Mordvorwurf an einem schwerstkranken Intensivpatienten (79 Jahre alt) freigesprochen. Der verantwortliche Richter am Landgericht Regensburg hält in der Urteilsbegründung dem Mediziner die nicht hinreichend abgesprochene Veränderung im Therapieziel vor. Da aber Äußerungen der Angehörigen nahelegten, dass eine Änderung von curativen zu„Ein heikles Urteil in Regensburg: Intensivmediziner an der Grenze von Leben und Tod“ weiterlesen

„lechts und rinks“ (E. Jandl)

Zuweilen spielt die Zeitung die Vorzüge des Printmediums unmittelbar aus, wie es der Süddeutschen Zeitung in der Ausgabe vom 01.08 (Nr. 175, S. 9) gelingt. Zwei Beiträge machen die erste Seite des Feuilletons aus. Da ist das Interview mit dem israelischen Wissenschaftler José Brunner zur deutschen Debatte über die Folgen der Kriegsführung Israels im Gazastreifen.„„lechts und rinks“ (E. Jandl)“ weiterlesen

Europa: die Kunst des Wesentlichen

Schlossfest in Neuburg. Ich bin mit meiner knapp dreijährigen Enkelin unterwegs. Sie tut sich mit dem Gedrängel unter den vielen Menschen schwer. Mein Angebot, sich auf die Schultern zu setzen, lehnt sie ab. Sie ist es nicht gewohnt, sagt ihre Mama. Meine beiden Kinder trug ich oft auf den Schultern. Von dort aus hatten sie„Europa: die Kunst des Wesentlichen“ weiterlesen

Was verstehen wir, wenn wir den Krieg verstehen?

„Wir müssen uns wieder an Krieg gewöhnen.“ Das Fazit zieht Carlo Masala (2024, S. 107) nach der Diskussion politikwissenschaftlicher Argumentationen zur Bestimmung von Kriegsursachen. Freilich müsse man sich weiterhin bemühen, „die Kriegswahrscheinlichkeit zu minimieren und Konflikte gewaltfrei zu lösen.“. Dennoch sei zu akzeptieren: „Es wird Situationen geben, in denen eine Seite einen Krieg will und„Was verstehen wir, wenn wir den Krieg verstehen?“ weiterlesen

Karfreitag: endlich frei und verantwortlich

Es gibt Tage im Jahr, die mich zum Denken rufen. Mein Geburtstag ist einer davon. Ein anderer der Karfreitag. Ich verdanke ihn dem Christentum und der Theologie. Es ging wohl anderen auch so. Hegel thematisierte im Prozess des Geistes den „spekulativen Karfreitag“. Jean Paul ließ den „toten Christus vom Weltgebäude herab“ von seiner metaphysischen Enttäuschung„Karfreitag: endlich frei und verantwortlich“ weiterlesen

Lebenswelt und Sprache

Lebenswelt und Sprache sind aufeinander verwiesen. Wir sprechen in unserer und über unsere Lebenswelt. Wir erinnern sprachlich, was Menschen vor uns erlebten. Wir verständigen uns über Ideen, Pläne, Gegebenheiten, Leid und das, was wir vermissen und ersehnen. Dabei gehen wir davon aus, dass wir mit vielen Menschen eine Lebenswelt gemeinsam haben. Wo Unterschiede oder Unterbrechungen„Lebenswelt und Sprache“ weiterlesen

Frieden, Wagnis zwischen Utopie und Apokalypse

Am 09. April 1945, wenige Wochen vor der Kapitulation des Dritten Reiches, wurde Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. In seiner Theologie und seinem Glaubensleben begegnet immer wieder jener reflektierte Pazifismus, den ich in der durch eine von verantworteter Reflexion weithin entkoppelten Politik vermisse. Um es scharf hinzustellen: Diese Politik missversteht Pragmatismus als Aktionismus, der„Frieden, Wagnis zwischen Utopie und Apokalypse“ weiterlesen