Zeitspiele

Bald schließt sich das Jahr 2023. Vom Ende her auf das vergehende Jahr geblickt kam zum russischen Krieg gegen die Ukraine der Krieg zwischen der Hamas und Israel hinzu. Auch dieser Krieg betrifft Europa. Mit beiden Kriegen ringt Europa. Der Krieg, den der russische Präsident der Ukraine physisch aufzwang, attackierte Europa in seinem Vertrauen auf„Zeitspiele“ weiterlesen

… auf Erden Friede in Menschen guter Gesinnung (Lk 2, 14 b)

Obwohl von Engeln in der Nacht von Bethlehem ausgesprochen ist das Friedenswort recht sachlich. Der Friede auf Erden beginnt in Menschen, die gut gesonnen sind. So einfach ist Friede. Oder doch nicht? Die Herausforderung besteht in der Eudoxia, wie der griechische Text die gute Gesinnung nennt. Was ist Gesinnung? Wie ist Gesinnung gut? Gesinnung ist„… auf Erden Friede in Menschen guter Gesinnung (Lk 2, 14 b)“ weiterlesen

Klangwelten

Sie klirrt, meine Lebenswelt. Viel zu oft. Viel zu laut. Viel zu diffus. Dem Klirren entkomme ich, derzeit öfter als sonst, in meine Klangwelten. Dort gelingt es mir, mich zu sammeln. Was ich höre, bindet meine Aufmerksamkeit. Ich beginne, dem Klang nach zu gehen. Das Hören richtet sich auf das, was klingt. Allmählich differenzieren sich„Klangwelten“ weiterlesen

Intoleranz und Würde

Meine Trauer um meinen verstorbenen Onkel begleitet seit Juni diesen Jahres Kaddish, eine Komposition für Violine solo von Gideon Klein. Jener wurde in einem Arbeitslager im Januar 1945 von einem SS-Kommando getötet. Als er nach Ausschwitz kam, war der Musiker und Komponist 24 Jahre alt (Hope, 2003).“ Kaddish wird von Jüdinnen und Juden für die„Intoleranz und Würde“ weiterlesen

Unergründlichkeit

„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen.“ Mit der rhetorischen Frage intoniert Thomas Mann seine Romantrilogie Josef und seine Brüder. Was Mann in den drei Teilen des Romans entfaltet, dimensioniert den initiativen Satz. Die Josefsgeschichte gehört in die große Jakobserzählung, ist für die Geschichtstheologie Israels grundlegend. Mann nimmt seine Leser:innen„Unergründlichkeit“ weiterlesen

Momo

„Wirklich zuhören können nur wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig.“ (S. 16) Michael Ende beschrieb vor 50 Jahren damit, was Momo, die Protagonistin seines berühmten Märchen-Romans, jedem gewährte, der sich auf die Begegnung mit ihr einließ: „sie saß nur da und hörte einfach zu, mit„Momo“ weiterlesen

Der Tod schont mich nicht.

Der Tod ist das factum brutum in unserem Leben. Er verschont keinen Lebenden. Menschen sterben, denen wir verbunden sind. Der nahe Tod.  Menschen sterben, die uns unbekannt sind. Sie sterben durch Hunger, bei Unfällen, in Naturkatastrophen, wegen Erkrankungen, durch Fahrlässigkeit, durch Mord, im Krieg. Der namenlose Tod. Im Strom der Zeit sind wir mit anderen„Der Tod schont mich nicht.“ weiterlesen

Todholz

Wir gingen zum Donauufer hinunter, dorthin, wo der Fluss ein Altwasser zurücklässt. Bilder lassen sich dort leicht finden. Vor Jahren sahen wir vom Ufer aus einem Eisvogel beim Fischen zu. Zuweilen ruht die Wasseroberfläche, blank wie ein Spiegel, ein dunkler Hintergrund für einige wenige, helle Reflexionen des durch die Bäume gebrochenen Sonnenlichts. Nicht immer ist„Todholz“ weiterlesen

Zukunftsfähigkeit durch Regression oder Sorge?

Die SZ vom Samstag (Nr. 99 vom 29./30.04/01.05.2023, S. 1) titelte: „Die Grünen in der Falle: Die Partei des Wirtschaftsministers Habeck ist in der Ampel zunehmend isoliert.“ SPD und FDP bremsen die Grünen aus. Sie stempeln die Grünen als „Verbotsorganisation“ ab. Bundeskanzler Scholz und Finanzminister Lindner rücken angesichts zunehmend schwerer zu vermittelnder grüner Projekte wie Klimaschutz,„Zukunftsfähigkeit durch Regression oder Sorge?“ weiterlesen