„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen.“ Mit der rhetorischen Frage intoniert Thomas Mann seine Romantrilogie Josef und seine Brüder. Was Mann in den drei Teilen des Romans entfaltet, dimensioniert den initiativen Satz. Die Josefsgeschichte gehört in die große Jakobserzählung, ist für die Geschichtstheologie Israels grundlegend. Mann nimmt seine Leser:innen„Unergründlichkeit“ weiterlesen
Schlagwort-Archive:Mythos
Momo
„Wirklich zuhören können nur wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig.“ (S. 16) Michael Ende beschrieb vor 50 Jahren damit, was Momo, die Protagonistin seines berühmten Märchen-Romans, jedem gewährte, der sich auf die Begegnung mit ihr einließ: „sie saß nur da und hörte einfach zu, mit„Momo“ weiterlesen
„Made-in-Germany“ – der deutsche Mythos hebt sich auf.
Der folgende Beitrag nahm viel Zeit in Anspruch. Zeit zur Reflexion, die zum Nachlesen anregte, was wiederum neue Zeit für Reflexion einforderte. Deshalb erscheint er erst jetzt. Ich wünsche meinen LeserInnen Geduld und viele nachdenkliche Impulse bei dem langen Gedankengang. Die Wortsprache liegt, folgen wir Aristoteles, in der Natur des Menschen (Pol 1253 a). Während„„Made-in-Germany“ – der deutsche Mythos hebt sich auf.“ weiterlesen
Missouri
Es dauerte eine ganze Weile, bis dieser Beitrag fertig gestellt war. Vielleicht hat das auch mit dem Buch „Missouri“ von Christine Wunnicke zu tun, das mich zu langem Nachdenken anregte. Zwei Männer, Mitte des 19. Jhdt., stehen im Mittelpunkt der Erzählung „Missouri“. Ein Brite, Douglas Fortescue, Gerichtsschreiber in Manchester, beschließt die Reform der englischen Dichtkunst.„Missouri“ weiterlesen