Schwundstufenleben

Deutschland scheint sich auf einem Minderungsweg zu befinden: schwindende Wirtschaftsleistung, zerbröselnde Infrastruktur, unzureichende Verkehrswege. Schwerer wiegen die Abstriche am kulturellen und politischen Bildungsinteresse, die allmähliche, vielleicht auch politisch gewollte Verkümmerung der Sprache, die Reduktion des ästhetisch Sinnlichen auf das Grobschlächtig-Plakative. Befinden wir uns in einer Schwundstufendynamik? Von Schwundstufen kann nur gesprochen werden, wenn deutlich ist,„Schwundstufenleben“ weiterlesen

Intellektualität und Meinung

Haben wir uns in Deutschland daran gewöhnt, unbeeindruckt von Intellektualität zu vermeinen und zu meinen? Der Blick auf das, was in der Politik und in den journalistischen Medien Analyse in aller Tiefe genannt wird, erst recht der Blick auf die sozialen Medien, lässt es nicht nur vermuten, sondern er legt den Verdacht nahe: viele öffentliche„Intellektualität und Meinung“ weiterlesen

Brief an meinen besten Freund

Gestern, lieber Freund, entstand der Wunsch, Dir nach langer Zeit einen Brief zu schreiben. Wir sind zwar oft im stillen Gespräch verbunden. Was ich Dir mitteilen will, bedarf einer anderen Form als der flüchtigen des gedachten Wortes. Du fragst, was mich so sehr bewegt? Gestern verbrachte ich einen Tag in Augsburg. Ich kam gerade von„Brief an meinen besten Freund“ weiterlesen

„Träume große Träume“ (R. Hanson)

Wir haben unglaubliche Möglichkeiten, doch unsere Träume verkümmern, hält der Neuropsychologe Rick Hanson fest. Welchen Traum träumen Sie? Erinnern Sie sich an einen Traum, den Sie seit langer Zeit in sich tragen und irgendwann einmal wegstellten, so dass Sie ihn fast vergessen haben? Ein vermeintlicher Realismus sagt uns: Träume sind doch Schäume. Vermeintliche Lebensklugheit ergänzt:„„Träume große Träume“ (R. Hanson)“ weiterlesen

100. Blogbeitrag: Wofür stehen Politiker:innen?

Am Donnerstag, 06. Mai 24, 21:00 h, die „Wahlarena“ in der ARD. Nach 15 min. versuchte ich mich 54 Jahre zurück zu versetzen. Damals wäre ich 16 gewesen. Total begeistert, wählen zu dürfen. Ich war ein politisierter Jugendlicher. Nicht einer der lauten, aber von der damaligen Außerparlamentarischen Opposition (APO) angeregt, gut informiert, historisch und soziologisch„100. Blogbeitrag: Wofür stehen Politiker:innen?“ weiterlesen

Die Weisheit des Friedens – das Wüten des Krieges

Die Bereitschaft zur Gewalt greift um sich. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine, der Terror der Hamas gegen Israel und die Vernichtungsphantasien großer Teile der israelischen Regierung gegenüber der Hamas, die blutige Gewalt der Faust – und Messerattacken auf Politiker:innen und Parteimitglieder in Europa, die lebensfeindliche Gewalt der Drohwörter Demonstrierender, Wütender, das hasserfüllter Gegnersein, für„Die Weisheit des Friedens – das Wüten des Krieges“ weiterlesen

Trockenklimpern in der nassen Geräuschkulisse

Eine Fantasie, inspiriert von Bettinas Thema Ein Klavier im Raum. Stumm legt es nahe, dass Musik da sein kann. Wenigstens Alessandro Longos Tecnico fondamentale. Sauberer Anschlag. Ton für Ton. Wie Tropfen. Tropfen trommeln nacheinander auf das Kupferblech. Regen? Tropfen? Prélude.  Ein Klangraum entsteht. Ein Raum, in dem Klang entsteht, wenn der Regen auf das Kupferblech„Trockenklimpern in der nassen Geräuschkulisse“ weiterlesen

„Frieden üben in Zeiten des Krieges“ (P. Chödrön)

Es ist Ostern. Ostermärsche, diesmal doppelt motiviert: Immer noch der Krieg Putins und seines Regimes gegen die Ukraine und, wie wir allmählich verstehen, gegen Europa, gegen die demokratische Ordnung. Seit mehr als sechs Monaten Krieg im Gazastreifen. Die anderen Kriege im Jemen, in einigen Regionen Afrikas und Südostasiens haben wir weitestgehend ausgeblendet. Es ist Ostern.„„Frieden üben in Zeiten des Krieges“ (P. Chödrön)“ weiterlesen

Einst und Jetzt

Vor zwei Jahren wachten wir mit der Nachricht auf: Russland greift in der Nacht die Ukraine an. Krieg in Europa! Das, was wir uns nicht vorstellen wollten, war eingetreten. Es hatte sich abgezeichnet. Seit langem. Das war einst. Was wir uns auch nicht vorstellen konnten: Der Krieg gegen die Ukraine begleitet uns seit dem 24.„Einst und Jetzt“ weiterlesen

Aber – Und

Gestern blieb ich in den ersten sieben politischen Seiten der aktuellen Ausgabe (Jg. 80/ Nr. 40) der Süddeutschen Zeitung stecken. Die Beiträge zum Tod Alexej Nawalnys, vor allem die Bestandsaufnahme zur Wirkung des Toten in der politischen Landschaft Russlands auf der Seite 3, und der Kommentar von Cathrin Kahlweith auf der Meinungsseite (S. 4), machten„Aber – Und“ weiterlesen