„Wir müssen uns wieder an Krieg gewöhnen.“ Das Fazit zieht Carlo Masala (2024, S. 107) nach der Diskussion politikwissenschaftlicher Argumentationen zur Bestimmung von Kriegsursachen. Freilich müsse man sich weiterhin bemühen, „die Kriegswahrscheinlichkeit zu minimieren und Konflikte gewaltfrei zu lösen.“. Dennoch sei zu akzeptieren: „Es wird Situationen geben, in denen eine Seite einen Krieg will und„Was verstehen wir, wenn wir den Krieg verstehen?“ weiterlesen
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Einst und Jetzt
Vor zwei Jahren wachten wir mit der Nachricht auf: Russland greift in der Nacht die Ukraine an. Krieg in Europa! Das, was wir uns nicht vorstellen wollten, war eingetreten. Es hatte sich abgezeichnet. Seit langem. Das war einst. Was wir uns auch nicht vorstellen konnten: Der Krieg gegen die Ukraine begleitet uns seit dem 24.„Einst und Jetzt“ weiterlesen
Macht Gewalt ohnmächtig?
Der brutale Krieg Russlands gegen die Ukraine, immer noch; die Angriffe auf Ordnungs- und Rettungskräfte in der Silvesternacht; vor kurzem, gewaltbereiter Aktivismus bei der Räumung von Lützerath, gerade. Der Umgang damit scheint schwierig. Die Frage ist: Macht Gewalt ohnmächtig? H. Arendt (1906 – 1975) diskutierte den Gegensatz von Macht und Gewalt in einem gleichnamigen Essay„Macht Gewalt ohnmächtig?“ weiterlesen
Jetzt unbedingt: Überzeugt bleiben von der Rationalität des Demokratischen
Das Schlechteste, was wir jetzt betreiben könnten, ist, an der Überzeugtheit von der Rationalität des Demokratischen rütteln. Wir brauchen uns von der Irrationalität eines dumpfen Systems nicht irritieren zu lassen. Wir müssen den Schein des Rationalen als die hermetische Binnenlogik einer Doktrin durchschauen, die ihrem Urheber immer Recht gibt. Mehr Subjektivität im Scheinkleid des Objektiven„Jetzt unbedingt: Überzeugt bleiben von der Rationalität des Demokratischen“ weiterlesen
„Ich gebe dir mein Wort.“
„Der Präsident benutzt Sprache, um seine Gedanken zu verstecken, nicht um sie zu äußern … Interessant ist nicht, was er sagt, sondern, was er tut.“ (SZ Nr. 35, 12./13.02,2022, S. 14) So zitiert die SZ den russischen Journalisten Nikolai Swanidse. Gemeint ist W. Putin. Wird solcher Gebrauch von Sprache der Sprache gerecht? Sprache als Versteck„„Ich gebe dir mein Wort.““ weiterlesen
Was ist und kann Demokratie?
Die Suche nach Worten für den Widerspruch gegen die Gewalt bewegt sich in einer intakten Beziehung zum politischen Sprachraum der demokratischen Gesellschaft. Sie ist eine Form politischer Praxis. Sie vollzieht sich die sich die BürgerInnen selbst gesetzt haben, um zu unterscheiden, was Recht ist und Unrecht. Unrecht verwirkt die Toleranz der Gesellschaft dann, wen die, die es tun, den Sprachraum der Demokratie verlassen haben. Sie nehmen die Sache gewaltsam in die Hand, gestützt durch eine vermeintliche Legitimationsquelle, zu der sich ihre Anführer selbst gemacht haben. Die Folgen erleben wir gerade. Demokraten wissen es anders.