Sonntags. Am Nachmittag. Das Geräusch der sich aufheizenden Espressomaschine im Hintergrund. Durchs Fenster fällt späte Sonne ins Zimmer. Die Ruhe, draußen vor der Tür, wird nur unterbrochen durch den Stundenschlag der Uhr im Kirchturm. Eine Idylle. Eine Idylle? Gerade frage ich mich, was mich unruhig macht. Was die Sonntagsruhe unterbricht. Warum ich die Ruhe um„Unruhe und Gelassenheit“ weiterlesen
Autor-Archive:chrriedel
Einstellungsveränderung für die Zukunft
Zukunft haben, über meine, lebensaltersgemäß, überschaubarer werdende Zukunft hinaus, das wünsche ich mir. Zukunft ist, das lerne ich gerade, nicht nur der Raum der Möglichkeiten. Sich heute mit der Zukunft beschäftigen heißt auch, sich mit den künftigen Wahrscheinlichkeiten auseinanderzusetzen. Die Gegenwart, in der ich lebe, ist der Ereignisraum dafür, welche Zukunft gerade Wirklichkeit wird. Ein„Einstellungsveränderung für die Zukunft“ weiterlesen
Die moralische Verantwortung der Wahl
„Nur eine Politik kann vernünftig sein – nicht, was sie erreichen will; das kann nur gut oder böse sein und liegt außerhalb jeder Wissenschaft.“ (Marcuse, 1975, S. 194) Ludwig Marcuses (nicht Herbert Marcuses, des kritischen Theoretikers) These kann die Qual der kommenden Wahl erleichtern. Sie enthält eine erhellende Unterscheidung. Sie spricht von der Politik als„Die moralische Verantwortung der Wahl“ weiterlesen
Sturmgewehre zerstören das politische Afghanistannarrativ.
Das Afghanistannarrativ, das sich in zwanzig Jahren NATO-Präsenz bildete, ist durch die Bilder aus Kabul paralysiert. Ich meine nicht nur die Bilder der panisch flüchtenden Menschen am Flughafen. Ich sehe auch die Bilder der Taliban, die ihre Existenz vor allem durch das Sturmgewehr begründen. Das Sturmgewehr jedes einzelnen Taliban stellt die Lücken der politischen Erzählungen„Sturmgewehre zerstören das politische Afghanistannarrativ.“ weiterlesen
Unterbrechung
Auch geplante Unterbrechungen unterbrechen. Angesichts einer Operation am rechten Daumengelenk Ende Mai plante ich eine kurze Unterbrechung meines Epimeleia-Blogs. Die lange Rekonvaleszenz ließ die Unterbrechung zu einer Pause anwachsen. Denn die rechte Hand war in den vergangenen acht Wochen nur bedingt brauchbar. Die schützende und stabilisierende Unterarmschiene behinderte den Alltag erheblich. Eine Erfahrung, die mich„Unterbrechung“ weiterlesen
Die Pandemie gehört zum Leben.
Heute erlebe ich mich immer wieder bedrückt. Auf der Suche nach Anlässen dafür fallen mir Überschriften ein wie „Wiedersehen mit der Wirklichkeit“, „Endlich eine Ahnung von Normalität“, „Wieder rauskommen und rein in die Wirklichkeit“. Ist die Pandemie denn keine Wirklichkeit? Welche Normalität wird denn geahnt? Ist das Leben mit den Coronamaßnahmen nicht auch eine Normalität,„Die Pandemie gehört zum Leben.“ weiterlesen
Revolution und Revolte
„Anne Beaumanoir ist einer ihrer Namen. Es gibt sie, ja, es gibt sie auch woanders als auf diesen Seiten, und zwar in Dieulefit, auf Deutsch Gott hat’s gemacht, im Süden Frankreichs. … Sie ist sehr alt, und wie es das Erzählen will, ist sie zugleich noch ungeboren. Heute, da sie fünfundneunzig ist, kommt sie auf„Revolution und Revolte“ weiterlesen
Humor
„Das Lachen ist die engste Distanz zwischen zwei Menschen.“ (Viktor Borge) Distanz und Nähe – wir alle wissen, welche Herausforderung das bedeutet. Einerseits fühlen wir uns bestimmten Menschen besonders nahe. Andererseits wissen wir, wie sinnvoll die professionelle Distanz im Beruf ist. Wir sind zu einer Haltung der Distanz fähig, die etwas dem Menschen ganz Eigenes„Humor“ weiterlesen
Maiwecken
1957. Drei Jahre war ich alt. Von ferne hörte ich morgendliche Marschmusik. Von den Gewerkschaften wurde damals das „Maiwecken“ initiiert. In der Innenstadt Ingolstadts trafen sich die Kappellen zum Festzug mit anschließender Kundgebung auf dem Paradeplatz. Mein Vater nahm mich dorthin mit. Am meisten begeisterte mich die „Große Trommel“. Geduldig hörte ich wohl auch der„Maiwecken“ weiterlesen
Werkstattbericht 2
Meinen dreißigsten Beitrag für Epimeleia schreibe ich als zweiten Werkstattbericht. Die vergangenen Monate waren geprägt von der zweiten und dritten Coronawelle. Die pandemische Melodie von Lockdown und Öffnung wurde immer wieder durch politische Aufregung instrumentiert. Den Wechsel in der Präsidentschaft der USA, den verstolperten Beginn der Impfkampagne in unserem Land, den sich abzeichnenden Wahlkampf mit„Werkstattbericht 2“ weiterlesen