Musik und Politik

Die Cellistin Anja Lechner formulierte es in ihrer Moderation während des wunderbaren, intensiven und berührenden Jazzabends im Birdland Neuburg (20.01.2023) so: „Musik ist manchmal sehr politisch.“ Musik hat tatsächlich eine lange politische Tradition. Im Politeia-Dialog (Staat) Platons wird der Zusammenhang zwischen „den wichtigen bürgerlichen Ordnungen“ und „den Gesetzen der Musik“ behauptet (Pol 424 c). In„Musik und Politik“ weiterlesen

Macht Gewalt ohnmächtig?

Der brutale Krieg Russlands gegen die Ukraine, immer noch; die Angriffe auf Ordnungs- und Rettungskräfte in der Silvesternacht; vor kurzem, gewaltbereiter Aktivismus bei der Räumung von Lützerath, gerade. Der Umgang damit scheint schwierig. Die Frage ist: Macht Gewalt ohnmächtig? H. Arendt (1906 – 1975) diskutierte den Gegensatz von Macht und Gewalt in einem gleichnamigen Essay„Macht Gewalt ohnmächtig?“ weiterlesen

Heute: Beethoven

Heute erlebte ich etwas tief Berührendes, Menschliches. Ich übte Klavier. Einen Sonatensatz von Beethoven. Draußen gingen immer wieder Menschen vorbei. Sie waren auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt auf dem Schlossberg in Neuburg. Gerade wiederholte ich auf vielerlei Weisen zwei Takte, um mir den Fingersatz einzuprägen. Ich begann den Satz noch einmal von vorne. Da klopfte„Heute: Beethoven“ weiterlesen

Kernfäule – das Bild der Ampelregierung

Wer nur noch faule Kompromisse schließt, der vermodert schließlich. Dieses Bild bietet die deutsche Regierung derzeit. Der Kompromiss zum sog. Bürgergeld zeigt die Standpunktlosigkeit und daraus resultierende Konsensferne der Ampelregierung. Das Bürgergeld wurde als das wichtigste sozialpolitische Projekt der Bundesregierung präsentiert. Erwerbslose Menschen hätte es im sozialen Raum der Gesellschaft halten sollen. Nur wer IM„Kernfäule – das Bild der Ampelregierung“ weiterlesen

Der fremde Friede

Friede, gerade im aktuellen Krieg Putins gegen die Ukraine, ist fremd. Jetzt sprechen vorwiegend die Waffen. Es geht um Waffenüberlegenheit, um die durchsetzungsstärkeren militärischen Strategien. In der militärischen Rückerorberung an Russland verlorener Gebiete durch die Ukraine, in der Zerschlagung russischer Feuerkraft und in der so geschaffenen Notwendigkeit des militärischen Rückzuges der russischen Armee von den„Der fremde Friede“ weiterlesen

Nein, ich frage nicht

In den letzten Wochen, im Spätsommer, standen viele Fragen auf. Fragen zum Klimawandel, zum Wahlergebnis in Italien, zum europäischen und zum deutschen Verhalten in der Energiepolitik, wieder Fragen zum Krieg Russlands gegen die Ukraine, Fragen zum Wahlkampf in Brasilien, zu den Statements in der UN-Vollversammlung. Von allem wurde und werde ich affiziert, nicht kognitiv zur„Nein, ich frage nicht“ weiterlesen

Putins Krieg bedroht die Phantasie. Influencing erstickt sie.

Ein halbes Jahr lang Krieg in der Ukraine. Die Wirkungen zeitigen sich nicht nur in Bildern und Berichten. Sie sind unmittelbar im Leben spürbar. Zunehmend mehr Menschen in Deutschland fühlen sich bedroht. Steigende Kosten. Angekündigter Mangel. Der für viele von uns gewohnte Wohlstand gerät ins Bröckeln. Viel zu viele kommen an den Rand des Überlebens„Putins Krieg bedroht die Phantasie. Influencing erstickt sie.“ weiterlesen

Was vom Tage übrig blieb

Kazuo Ishiguro – Roman (1989) Schwer fiel es mir, den Prolog ganz zu lesen. Die gewundene, sich gewissermaßen selbst in den Arm fallende Ausdrucksweise des Protagonisten, Mr Stevens, des Butlers in Darlington Hall, machte es mir nicht leicht. Darlington Hall ist ein englisches Herrschaftshaus. Seit dem Tod Lord Darlington’s, dem Mr. Stevens als Butler das„Was vom Tage übrig blieb“ weiterlesen